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21.05.2022

LEADER-Region Bocholter Aa

LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“ (französisch für „Verbindungen von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“). Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, an dem sich auch das Land Nordrhein-Westfalen mit bis zu 20 Prozent der Fördermittel beteiligt.

Von Oktober 2021 bis Anfang März 2022 haben in Bocholt, Borken, Isselburg, Rhede und Velen zahlreiche engagierte Menschen aus Vereinen und Initiativen, aus den Verwaltungen der Städte und Gemeinden und aus der engagierten Bürgerschaft an einer neuen Strategie für die Entwicklung ihrer Region gearbeitet. Anlass war der Förderwettbewerb, den das Land Nordrhein-Westfalen für die nächste Runde des Förderprogramms LEADER ausgeschrieben hatte. Ländliche Regionen in NRW waren dazu aufgerufen, Entwicklungsstrategien zu erarbeiten, die sie in den Jahren 2023 bis 2027 mit LEADER-Fördermitteln umsetzen wollen. Ende letzter Woche hat das Landwirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen das Ergebnis des Wettbewerbs bekanntgegeben – mit erfreulichen Aussichten für die Region Bocholter Aa, denn 2,7 Mio. Euro
an Fördermitteln sind für zukunftsgerichtete Projekte in der Region reserviert.

Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing, die aktuell Vorsitzende des Trägervereins in der LEADER-Region Bocholter Aa ist, äußert sich begeistert: „Viele engagierte Menschen haben in den vergangenen Monaten an der neuen Strategie mitgearbeitet. Deshalb freue ich mich sehr, dass das Ergebnis auch die Wettbewerbsjury überzeugt hat und nun die Grundlage für einen passgenauen LEADER-Prozess entlang der Bocholter Aa sein wird.“

Die Region Bocholter Aa ist schon seit 2008 bei LEADER dabei. Seitdem wurden in den fünf beteiligten Kommunen Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 4,5 Mio. umgesetzt. In der nächsten LEADER-Förderphase geht es insbesondere um die Themenfelder „Resilienz“ und „Ressourcenschutz“ und dabei z. B. um folgende Fragen: Wie können LEADER-Projekte dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Region gegen äußere Einflüsse und Krisen zu erhöhen? Welche neuen Wertschöpfungsketten sind dafür erforderlich? Welche LEADER-Projekte können dabei helfen, den
Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Beiträge zum Klima- und Umweltschutz in der Region zu leisten?

In den nächsten Monaten geht es nun darum, den Einstieg in die Förderphase vorzubereiten. „Wir planen für den Spätsommer und Herbst Workshops und Impulsveranstaltungen, um mit Schwung und passenden Projekten in die LEADER-Förderperiode zu starten. Dann können voraussichtlich bereits ab 2023 erste Vorhaben von den neuen Fördermitteln profitieren“, skizziert Alexander Jaegers vom Regionalmanagement Bocholter Aa die nächsten Schritte.
Insgesamt werden im bevorstehenden Förderzeitraum in landesweit 45 Regionen Projekte mit rund 120 Mio. Euro aus dem LEADER-Programm gefördert.

Im Kern geht es darum, sich auf die Herausforderungen im ländlichen Raum einzustellen, die sich z. B. aus globalen Krisen wie dem Klimawandel, der Beeinträchtigung von Liefer- und Versorgungsketten oder auch durch Megatrends wie
der Digitalisierung ergeben.