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18.05.2022

Gemeinschaftsprojekt "Hochwasserallianz Bocholter Aa"

Gemeinschaftsprojekt "Hochwasserallianz Bocholter Aa" für den Bundespreis "Blauer Kompass" 2022 nominiert - Vom 18. Mai bis zum 8. Juni läuft das Online-Voting für den Publikumspreis - Kreis-Klimamanager Rouven Boland: "Stimmen Sie einmal täglich ab!"

Die "Hochwasserallianz Bocholter Aa" – ein Projekt des Kreises Borken und der Kommunen im Einzugsgebiet der Bocholter Aa ist für den Bundespreis "Blauer Kompass" 2022 nominiert. Vorausgegangen waren 240 Bewerbungen aus ganz Deutschland. Nach Vorauswahl durch das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium sowie das Umweltbundesamt schaffte es das Projekt aus dem Kreis Borken unter die letzten 20 Nominierten. Das Gemeinschaftsprojekt "Hochwasserallianz" hat nun die Chance, die höchste staatliche Auszeichnung in Deutschland für Projekte zur Vorsorge und Anpassung an den Klimawandel zu erhalten. Der Preis ist nicht nur mit 25.000 Euro dotiert, sondern beinhaltet auch Unterstützung bei der künftigen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört beispielsweise ein Kurzfilm über das Projekt.

Zwei Gewinnchancen

Zunächst kann das Projekt den Publikumspreis gewinnen. Am Mittwoch, 18. Mai, startet das Online-Voting unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank . Bis Mittwoch, 8. Juni, um 18 Uhr, kann jede Bürgerin und jeder Bürger abstimmen. Rouven Boland, Klimaschutzmanager des Kreises Borken, ruft daher dazu auf: "Stimmen Sie für unser Projekt. Das ist einmal täglich möglich." Das Projekt mit den dann meisten Stimmen gewinnt. Im Anschluss an die Abstimmung zum Publikumspreis wählt eine Expertenjury am Dienstag, 21. Juni, jeweils ein weiteres Projekt aus den vier Wettbewerbskategorien aus. Neben Kommunen konnten sich auch "Private und kommunale Unternehmen", "Forschungs- und Bildungseinrichtungen" sowie "Vereine, Verbände, Stiftungen" um den Bundespreis bewerben. Die fünf Gewinner werden dann am Freitag, 16. September, im Bundesumweltministerium in Berlin ausgezeichnet.

Der Kreis-Klimamanager bewarb die "Hochwasserallianz" beim Bundespreis. "Es gilt für Gemeindegrenzen ebenso wie für Grundstücks- und somit Eigentumsgrenzen: Wasser macht dort keinen Halt. Durch gemeinsames interkommunales Handeln leben die Partner der Hochwasserallianz den Begriff der Verantwortungsgemeinschaft vor", begründet Rouven Boland die Bewerbung.

Zur "Hochwasserallianz Bocholter Aa" gehören neben dem Kreis Borken auch die Kommunen Bocholt, Borken, Gescher, Heiden, Isselburg, Raesfeld, Reken, Rhede und Velen. Die Bezirksregierung Münster ist als Obere Wasserbehörde und Fördermittelgeber für Hochwasserschutzmaßnahmen eng in die Planungsprozesse eingebunden. Auslöser für die Zusammenarbeit waren zwei aufeinanderfolgende Starkregenereignisse im Juni 2016, die zu Hochwasserereignissen und großflächigen Überschwemmungen an der Bocholter Aa führten. "Aufgrund der klimatischen Veränderungen steigt die Gefahr von Starkregen und Hochwasser. Die plötzlich auftretenden großen Regenmengen können auch an Gebäuden fernab von Flüssen und Bächen zu großen Schäden führen", erklärt der Klimaschutzmanager.

Unmittelbar nach dem Hochwasser rief der Kreis Borken die Aa-Konferenz ins Leben. Im Anschluss erfolgte die Erstellung eines interkommunalen Hochwasserschutzkonzeptes (HWSK). Das fertiggestellte Konzept bezieht den gesamten Flusslauf der Bocholter Aa sowie die Nebengewässer mit ein. Es bildet die Grundlage für die Umsetzung technischer und ökologischer HWS-Maßnahmen sowie einen Plan zur natürlichen Entwicklung des Gewässers gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Neben den baulichen HWS-Maßnahmen wollen die Beteiligten ein interkommunales Pegelmesssystem vorantreiben. Darüber hinaus liegen inzwischen für alle Partnerkommunen Starkregenkarten vor.

Ein bereits umgesetztes Beispiel der "Hochwasserallianz Bocholter Aa" ist die Maßnahme nahe der Alt-Deponie in Borken-Hoxfeld. Durch die Vergrößerung der Auenlandschaft können dort jetzt rund 22.000 Kubikmeter Wasser aufgenommen werden. Das Gebiet dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern bietet durch die vielfältigen Gewässerbereiche neue Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten. Der vorbeiführende Aa-Radweg spiegelt den Tourismusgedanken und den Naherholungswert wider und steht sinnbildlich auch für die Intention der Projektbeteiligten: Das Schaffen lebendiger Gewässer in Einklang mit Mensch und Natur. Daher legen die Beteiligten des Projekts nicht nur auf die HWS-Maßnahmen Wert, sondern auch auf Biodiversität und Naherholung.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für das Thema Wasser – sowohl mit Blick auf Maßnahmen an Gewässern als auch auf die Notwendigkeit und Chancen zur Starkregenvorsorge. Weitere Informationen zur "Hochwasserallianz" sind im Netz unter https://www.hochwasserallianz-bocholter-aa.de/  zu finden.

Das Erstellen des Hochwasserschutzkonzepts verbunden mit Starkregenkarten für alle Kommunen und das begleitende Kommunikationskonzept kostete rund 420.000 Euro. 80 Prozent der Kosten für die kommunikative Arbeitet förderte das Bundesumweltministerium im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Das technische Hochwasserschutzkonzept wurde zu 80 Prozent und die Starkregenkarten wurden zu 50 Prozent vom Land NRW gefördert.

Falls die "Hochwasserallianz Bocholter Aa" den Preis gewinnt, soll das Preisgeld von 25.000 Euro in Projekte fließen, die sowohl die Kommunen als auch Bürgerinnen und Bürger im Kreis Borken bei der Klimaanpassung – zum Beispiel bei der privaten Starkregenvorsorge – unterstützen.

Zum Hintergrund:

Der Bundespreis "Blauer Kompass" wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und verbraucherschutz (BMUV) sowie vom Umweltbundesamt (UBA) verliehen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen für die Vorsorge und Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung, wie Hitze, Dürre und Starkregen, auszuzeichnen. Kommunen, Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Vereine, Verbände sowie Stiftungen können sich bewerben. Weitere Infos gibt es unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/wettbewerb-tatenbank-blauer-kompass#teilnahmerekord-240-bewerbungen-fur-den-bundespreis-quotblauer-kompassquot .